Biologische Exkursionen und feldbiologische Beobachtungen werden mit Schülern höchst selten durchgeführt, wenngleich Einmütigkeit in der Bewertung der Leistungsfähigkeit dieser Arbeitsweise besteht. Als Grund werden u.a. organisatorische Unzulänglichkeiten angegeben, doch dürften die Ursachen auf ganz anderem Gebiet liegen. Sie haben mit der Artenkenntnis der Lehrkräfte ebenso zu tun, wie mit der vermeintlichen Trennung von Schulwissen in Form ökologischer Regelhaftigkeiten und den real existierenden Arten, von denen diese Regelhaftigkeiten abgeleitet wurden. Bei einer biologischen Exkursion scheint zunächst keine Gesetzmäßigkeit erkennbar, sondern nur ein „Artenchaos“. Man denke dabei an Heinrich Gruppe, der 1947 in "Naturkunde in der Volksschule" schrieb:
„Am Rande des Dorfes lag ein Teich, …Es war reiner Zufall, daß ich nicht gleich mit der Klasse ging … Da lag nun die ‚Lebensgemeinschaft’ in wunderbarer Abgeschiedenheit vor mir. In den dichten Pflanzenbeständen und im Wasser war ein reges Tierleben. […] Ich kannte die Jungeschen ‚Gesetze’ auswendig; hier draußen jedoch waren meinen Augen keine Gesetze sichtbar – ich sah nur Tiere und Pflanzen und Wasser. [ …] Also heran an die Pflanzen! Aber so ein Röhrichtbestand hat es in sich. Außer Schilf kannte ich nicht gar zu viel davon. Also dann zu den Schwimmpflanzen! Unter ihnen verbargen sich noch mehr Unbekannte. […] An diesem Nachmittag ging mir an dem verschwiegenen Teich eine Erkenntnis auf: Die ‚Lebensgemeinschaften’ in den Büchern und diese ‚Lebensgemeinschaft’ hier draußen in der Gemarkung sind zwei sehr verschiedene Angelegenheiten … Und ich sagte mir sehr ehrlich: Junge, du weißt nichts, erst gehe hin und lerne die Dinge richtig kennen und dann komme wieder und versuche es mit einem Unterricht, der eine gründliche Sachkenntnis voraussetzt!“
Der Erwerb von Artenkenntnis ist demzufolge nicht nur Selbstzweck: Er gibt fachliche Sicherheit, fördert die Freilandbiologie und ist Voraussetzung für weitere biologische Arbeiten in der Pflanzensoziologie, der Vegetationsgeographie, der Ökologie, dem Naturschutz und der Systematik. Nicht zuletzt lassen sich damit viele Erscheinungen erläutern, z.B. die Kommentierung von Schadbildern und Tierspuren.
Mit Hilfe des Aufbaues eines eigenen Arten- und Beobachtungsbuches kann man sich einen Fundus schaffen, der später so groß ist, daß er über jede Exkursion trägt – ganz gleich, in welchem Gebiet man sich aufhält. Damit beginnt man am besten, indem man zunächst die Arten aufnimmt, die man selbst bereits gesichert kennt. Dazu trägt man Zeichnungen, Abbildungen, Merkhinweise, tabellarisch die Unterschiede der schwer unterscheidbaren Arten, die Zeigerwerte nach Ellenberg und dergl. ein. Jede neu bestimmte Art wird dann hinzugefügt. Wann immer man auf neue Informationen über die Arten trifft, z.B. über pflanzliche Inhaltsstoffe, Verwendung in der Medizin, Historisches, Besonderheiten der Anatomie, Forschungsergebnisse u.a.m., trägt man diese hinzu. Dieses Buch kann man dann zu den Exkursionen mitnehmen und daraus vortragen. Im Zeitalter von GPS lassen sich weitere Angaben denken. So ist z.B. der Vermerk, wo man eine Art gefunden hat, hilfreich für die Erinnerung. Vergleiche dazu auch „Digitale Beobachtungstagebücher“ in „Unterricht Biologie“ (2000, Heft 256). Aber auch für die Materialbeschaffung für den Unterricht, die Durchführung von Versuchen und die Anlage einer Sammlung biologischer Fundstücke sind die Eintragungen bzw. die Artenkenntnis von besonderer Bedeutung. Artenkenntnis liefert einen Beitrag zur Bereicherung des Unterrichts und verkleinert die Kluft zwischen Schulbuchbiologie und Freilandbiologie.
Auf gar keinen Fall sollte die vorhandene Zahl der Arten ein psychologischer Hinderungsgrund sein, sich mit der eigenen Artenkenntnis zu befassen. Es gibt in Deutschland z.B. 3.173 Blütenpflanzenarten (je nach Autor und systematischer Zuordnung z.B. der Subspezies werden auch Zahlen über 4000 erreicht). Aber wenn man sich klarmacht, daß man bereits einen tragfähigen Fundus mit ca. 300 Arten besitzt, so wäre dies schon ein guter Schritt vorwärts. Die Freude am Weiterarbeiten kommt dann von allein!
In diesem Sinne ist jede Jahreszeit geeignet, Beobachtungen anzustellen. Dabei ist es nicht notwendig, auf Sensationsfang zu gehen, denn Besonderes, persönlich noch wenig berücksichtigte Arten oder Überraschungen stellen sich fast immer ein. Die folgenden Beispiele sollen anregen, selbst wieder mit dem Fernglas und dem Bestimmungsbuch unterwegs zu sein. Biologie-Referendare können gern ihre Beobachtungen melden, um sie hier vorzustellen.
Am 3.1.2004 beobachtete ich ein Stockentenpärchen (Anser platyrhynchos, engl. Mallard) auf dem Nottekanal im Stadtgebiet von Königs Wusterhausen, das nach Nahrung tauchte. Stockenten als Gründelenten behalten im Gegensatz zu den Tauchenten den Hinterleib üblicherweise über Wasser. Diese tauchten jeweils ca. 4-6 Sekunden gänzlich unter - offenbar zur Futtersuche. Die ornithologische Literatur erwähnt zwar regelmäßig, daß auch die Gründelenten vollends untertauchen können (insbesondere Küken), doch wird man diese Beobachtung nur relativ selten machen können. Es ist anzunehmen, daß es sich dabei um die Beschaffung von Notnahrung (es lag eine leichte Schneedecke) handelt.
Am 12.12.2003 beobachtete ich einen Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis, engl. Dabchick oder Little Grebe) am Griebnitzsee (Einzelexemplar) in Höhe des S-Bahnhofes Griebnitzsee. Die Art ist relativ unstet, taucht aber in den Randgebieten der Stadt immer wieder auf. Schon 1971 hat Wendland (Die Wirbeltiere Westberlins) bereits darauf verwiesen, daß der Bestand sehr zurückgegangen ist. Die Art gehört zu den potentiell gefährdeten Arten.
Am 29.11.2004 beobachtete ich zwei Nilgänse (Alopochen aegytiacus, engl. Egyptian Goose) zwischen Athensleben und Groß-Börmicke in Sachsen-Anhalt auf einer überfluteten Weide. Am 27.12.2003 ebenfalls zwei Tiere (eben diese?) auf einem Feld beim Tagebau Neu Königsaue (Seeland), Sachsen-Anhalt, also nicht weit entfernt vom ersten Fundort. Wenngleich sich die Hinweise über das Auftreten dieser afrikanischen Art in letzter Zeit sehr gehäuft haben, so ist man doch vom Anblick der farbenprächtigen Tiere überrascht. Sie gelten zwischenzeitlich als Neozoen und dürften aus westeuropäischen Populationen stammen (England?), die ihrerseits Gefangenschaftsflüchtlinge darstellen mögen. Zu Neozoen in der Stadt vergleiche auch "Unterricht Biologie" (2003)Heft 282 Wildtiere in der Stadt.
Am 21.2.2004 bevölkerten ca. 70 Kraniche (Grus grus, engl. Common Crane) ein ehem. Maisfeld im Straßenwinkel Mahlower Str./verlängerte Marienfelder Allee (B 101; also südlich von Berlin-Marienfelde) direkt im tosenden Verkehr der beiden Straßen. Am 29.2.2004 standen 14 Kraniche (davon zwei Jungtiere) in Blankenfelde (Potsdamer Str. Richtung Diedersdorf) direkt hinter dem Ortsausgang links nur ca. 150 m von der bebauten Zone entfernt. Am 7.3.2004 standen ca. 30-40 Kraniche bei km 37 direkt an der Autobahn Magdeburg-Berlin (in Richtung Berlin rechts, nächste Abfahrt Wollin).
Am 2.4.2004 sah ich den ersten Weißstorch (Ciconia ciconia, eng. White Stork) diesen Jahres am südlichen Stadtrand über einem Acker an der Stadtgrenze am Kirchhainer Damm.
Am 22.5.2004 besuchte ich die sog. Salzstelle in Hecklingen (Sachsen-Anhalt) - ein lohnenswerter Ausflug entlang der alten Bahnlinie. Der Rotmilan (Milvus milvus, engl. Red Kite) und das Braunkehlchen (Saxicola caprata, engl. Whinchat) waren ebenso präsent wie zwei Grünschenkel (Tringa nebularia, engl. Greenshank) am Flachwasserbereich. Zur Information: Bank, Ch./Spitzenberg, D.: Die Salzstelle Hecklingen. Fachgruppe Faunistik und Ökologie Staßfurt. Staßfurt 2001. In diesem Bändchen fehlt leider nur ein geeigneter topographischer Kartenausschnitt.
Am 23.5.2004 besuchte ich den Athenslebener See bei Löderburg (Sachsen-Anhalt). In den nur zwei Stunden, die mir bei regnerischer Witterung zur Verfügung standen, konnte man sehen: Tausende von Schwalben (Jungschwalben), Rotschenkel (Tringa totanus, engl. Redshank), Rotmilan (Milvus milvus, engl. Red Kite), Nilgans, Reiherente (Aythya fuligula, engl. Tufed Duck), Schellente (Bucephala clangula engl. Common Goldeneye), Knäkente (Anas querquedula, engl. Garganey), Schafstelze (Motacilla flava, engl. Yellow Wagtail), Beutelmeise (Remiz pendulinus, engl. Eurasian Penduline Tit) (auch Nest), Haubentaucher (Podiceps cristatus, engl. Great Crested Grebe), Stieglitz (Carduelis carduelis, engl. European Goldfinch), Kiebitz (Vanellus vanellus, engl. Northern Lapwing), Graureiher (Ardea cinerea, engl. Grey Heron), Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula, engl. Common Ringed Plover) (auf mit Gifthahnenfuß bestandenen Schlammbänken), Rohrammer ( Emberiza schoeniclus, engl. Common Reed Bunting), Kuckuck (Cuculus canorus, engl. Common Cuckoo), Bluthänfling (Acanthis cannabina, engl. Common Linnet) usw. Diverse Rohrsänger konnten vernommen werden.
Am 29.6.2004 besuchte ich das Ahlen-Falkenberger-Moor bei Cuxhaven. Innerhalb von 2 Stunden fanden sich hier u.a.:
Kormoran (Phalacrocorax carbo, engl. Common Cormorant), Bussard (Buteo buteo, engl. Common Buzzard), Wiesenweihe (Circus pygargus, engl. Montagu’s Harrier), Baumfalke (Falco subbuteo, engl. Eurasian Hobby), Graureiher, Kranich, Stockente, Reiherente (Aythya fuligula, engl. Tufted Duck), Brachvogel (Numenius arquata, engl. Eurasian Curlew), Kampfläufer (Philomachus pugnax, engl. Ruff/Reeve), Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger, engl. Black Tern), GrünfüßigesTeichhuhn, engl. Common Moorhen), Mehlschwalbe (Delichon urbica, engl. Common House Martin), Rauchschwalbe (Hirundo ristica, engl. Barn Swallow), Uferschwalbe (Riparia riparia, engl. Sand Martin), Bachstelze (Motacilla alba, engl. White Wagtail), Schafstelze, Kuckuck, Singdrossel (Turdus philomelos, engl. Song Thrush), Amsel (Turdus merula, engl. Blakbird), Neuntöter (Lanius collurio, engl. Red-backed Shrike), Schwarzkehlchen (Saxicola torquata, engl. Common Stonechat), Dorngrasmücke (Sylvia communis, engl. Common Whitethroat), Rohrammer, Bluthänfling (Acanthis cannabina, engl. Common Linnet).
Am folgenden Tag beobachtete ich einen Seehund in der Marina von Cuxhaven.
Am 30.6.2004 besuchte ich das an Cuxhaven anschließende elbaufwärts gelegene Ufer der Strommündung. Hier waren beiderseits des Deiches zu sehen:
Am 10.9.2004 bevölkerten ca. 300 Ringeltauben (engl. Common Woodpigeon) ein abgeerntes Feld zwischen Mahlow und Berlin-Stadtgrenze. Zu vergleichbarer Zeit fiel ein ebenso starker Schwarm im letzen Jahr an gleicher Stelle in ein Sonnenblumenfeld ein.
Am 12.9.2004 beobachtete ich einen Eisvogel (Alcedo atthis, engl. Common Kingfisher) am Rhin bei Zippelsförde. Die Eisvögel haben nach meiner Beobachtung im Bestand eventuell zugenommen. Sichere Beobachtungsorte werden häufiger, was natürlich auch auf eine veränderte Begehungspraxis zurückzuführen sein könnte. Umgekehrt fallen einige Arten immer weiter im Auftreten zurück. So konnte ich am 14.9.2004 seit langer Zeit wieder eine Haubenlerche (Gerida cristata, engl. Crested Lark) in einem Vorstadtgebiet von Berlin (Altglienicke) entdecken, die früher im Raum Berlin häufig war.
Am 13.11.2004 fand ich eine Rostgans (Tadorna ferruginea, engl. Ruddy Shelduck) zwischen diversen Entenarten (Stockenten, Löffelenten, Pfeifenten) auf dem Athenslebener See bei Hecklingen (Sachsen-Anhalt).
Am 14.11.2004 zeigte sich ein Eisvogel (Alcedo atthis, engl. Common Kingfisher) am Ufer der Bode auf einem Trauerweidenast in Höhe der Betonfußgängerbrücke in Löderburg (Sachsen-Anhalt). Unter ihm tauchten zwei Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis, engl. Little Grebe). Am 4.12.2004 fanden sich Zwergtaucher an der Bode-Brücke in Athensleben. Am 28.12.2004 schwammen gleich 6 Exemplare auf der Bode in Höhe des Schloßparks Neugattersleben.
Am 27.11.2004 standen auf den Weiden an der Verbindungsstraße von Jemgum nach Bunderhammrich (Rheiderland; Niedersachsen) ein paar Hundert Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria, engl. Golden Plover). Dazu fanden sich ca. 200 Bläßgänse (Anser albifrons, engl. White-fronted Goose). Sie standen in Nachbarschaft zu ca. 30 Weißwangengänsen (=Nonnengans, Branta leucopsis, engl. Barnacle Goose). Am 8.1.2005 fanden sich hier neben 20 Höckerschwänen (Cygnus olor, engl. Mute Swan) auch 5 Singschwäne (Cygnus cygnus, engl. Whooper Swan).
Am 4.12.2004 schwammen zwei weibliche Gänsesäger (Mergus mergaster, engl. Goosander) auf dem Athenslebener See (Sachsen-Anhalt), einen Tag später schwamm dort ein Zwergsäger (Mergus albellus, engl. Smew).
Am 15.12.2004 standen 4 Kraniche direkt an der B 96a am Abzweig nach Kleinziethen. Am 21.1.2005 standen ca. 20 Kraniche direkt neben der Straße Großbeeren-Berlin hinter dem Ortsausgang rechts. Am 22.1.2005 standen ca. 50 Kraniche direkt neben der B 96 zwischen Groß Machnow und Rangsdorf. Am 26.1.2005 standen 4 Kraniche zwischen Lichtenrade und Mahlow an der Bundesstraße. Praktisch die gesamte kalte Zeit über konnten 2 bis 6 Exemplare auf den Feldern zwischen Mahlow und Waßmannsdorf beobachtet werden. Sie standen teils "direkt" an der Straße.
Am 28.12.2004 kreisten gleich 16 Rotmilane (Milvus milvus, engl. Red Kite) über der Müllkippe von Staßfurt (Sachsen-Anhalt).
Am 5.2.2005 konnten an der Kugelbake in Cuxhaven u. a. eine Vielzahl an Eiderenten (Somateria mollissima, engl. Common Eider), Pfeifenten (Anas penelope, engl. Eurasian Wigeon), Rotschenkel (Tringa totanus, engl. Common Redshank), Knutts (Calidris canutus, engl. Red Knot), Sanderlinge (Calidris alba, engl. Sanderling), Steinwälzer (Arenaria interpres, engl. Ruddy Turnstone) und vor allem einige tausend Austernfischern (Haematopus ostralegus, eng. Eurasian Oystercatcher) beobachtet werden. Im Hafenbecken der Marina von Cuxhaven schwamm ein Seehund.
Am 27.11.2005 saßen 45 Grünfinken (Carduelis chloris) in einer Birke in Gadsdorf (Brandenburg). Das ist sicher nichts Sensationelles, aber in hellem Licht gegen einen dunklen Himmel doch ein wunderschönes Bild.
Am 3.12.2005 flog völlig unerwartet direkt vor mir eine Große Rohrdommel (Botaurus stellaris, engl. Great Bittern) am Athenslebener See auf und flog in einen Altschilfbestand, in dem sie völlig unsichtbar endgültig verschwand. Ausgedehnte Versuchen, sie erneut zu entdecken, blieben erfolglos. Auf einem benachbarten Acker standen 21 Nilgänse, von denen schon die Rede war. Ihr immer häufigeres Auftreten in immer größerer Zahl wird auch in zahlreichen Internetberichten kommentiert.
Am 23.12.2005 fand sich ein Silberreiher (Egretta alba, engl. Great Egret) auf einem Nebenteich des Athenslebener Sees in Gesellschaft mit ca. 15 Graureihern.
Um die Weihnachtszeit 2005 fanden sich unzählige Individuen am Vogelhäuschen in Gadsdorf (Brandenburg) ein: Feldsperlinge (Passer montanus, engl. Eurasian Tree Sparrow), Buchfinken (Fringilla coelebs, engl. Common Chaffinch), Bergfinken (Fringilla montifringilla, engl. Brambling), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes, eng. Hawfinch), Grünfinken (Carduelis chloris, engl. European Greenfinch), Gimpel (Pyrrhula pyrrhula, engl. Eurasian Bullfinch), Amsel (Turdus merula, engl. Common Blackbird), Blaumeise (Parus caeruleus, engl. Blue Tit), Weidenmeise (Parus montanus, engl. Willow Tit), Kohlmeise (Parus major, engl. Great Tit), GroßerBuntspecht ( Dendrocopos major, engl. Great Spotted Woodpecker), Kleiber (Sitta europaea, engl. European Nuthatch).
Am 32.1.2006 saßen 20 Seidenschwänze (Bombycilla garrulus, engl. Waxwing) in einer Birke am Rande der Innenstadt von Wittenberg (Lutherstadt).
Am 6.2.2006 zeigten sich auf der kurzen Strecke von Gadsdorf nach Nunsdorf (Brandenburg) nicht weniger als 6 Füchse teils direkt neben der Straße - in Abständen von jeweils einigen hundert Metern.
Am 17.6.2006 beobachtete ich zwei Kolbenenten (Netta rufina, engl. Red crested Pochard) auf einem Nebensee des Athenslebener Sees (Sachsen-Anhalt). Neben einer Vielzahl weiterer Vogelarten, die vielfach mit der Jungtierfütterung beschäftigt waren, konnten auch Beutelmeisen sowie ein Baumfalke (Falco subboteo, engl. Eurasian Hobby) gesichtet werden.
Am 5.10.2006 spielte eine Bekassine (Gallinago gallinago; engl. Common Snipe) in Spieka-Neufeld (NIedersachsen) an der Nordsee am (Teil-)Salzwiesen-Wattufer mit mir Versteck.
Am 11.2.2007 beobachtete ich einen Raubwürger (Lanius excubitor, engl. Great Grey Shrike) auf einem Holunderstrauch zwischen Gadsdorf und Schünow.
Am 7.4.2007 ließ sich auf einem Moorsee bei Tensfeld (Schleswig-Holstein) ein Rothalstaucher (Podiceps grisegena; engl. Red-necked Grebe) blicken.
Am 3.10.2007 fanden sich auf einem Acker zwischen Gadsdorf und Schünow 9 Silberreiher (Egretta alba, engl. Great Egret) ein.
In einem Garten in Gadsdorf fanden sich im September/Oktober 2007 nicht weniger als 27 prächtige Parasolpilze (Macrolepiota procera, Agaricaceae) auf einer nur wenige Quadratmeter großen Fläche. An gleicher Stelle erschienen Ende Oktober noch einmal 11 weitere Exemplare.
Am 17.2.2008 fanden sich bereits die ersten Kiebitze auf den Feldern um Gadsdorf!
Am 14.5.2008 konnte bei einem Besuch auf Helgoland die ganze Palette der bekannten Arten beobachtet werden, darunter Baßtölpel (Morus bassanus, engl. Northern Gannet), Trottellummen (Uria aalge, engl. Common Guillemot) und Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla, engl. Black-legged Kittiwake). Unter www.birdinggermany.de/helgoland.htm kann eine gute Zusammenstellung über beobachtete Arten nachgelesen werden.
Am 18.11.2009 ließen sich in Spieka-Neufeld bei Cuxhaven ca. 1000 Nonnengänse Branta leucopsis, engl. Barnacle-Goose), ca. 100 Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria, engl. Golden Plover), zwei Bekassinen (Gallinago gallinago, engl. Common Snipe) und zwei Kiebietzregenpfeifer (Pluvialis squatarola, engl. Grey Plover) neben vielen anderen Vögeln des Watts blicken.
Am 8.5.2010 konnte am Pfefferfließ bei Stangenhagen (Brandenburg) neben diversen interessanten Arten, wie Fischadler, Flußseeschwalben, Schnatterenten und dergl. eine Streifengans (Anser indicus; engl. Bar-headed Goose) beobachtet werden, die sich auf einer Weide zu einem Trupp von ca. 60 Graugänsen gesellt hatte.
Am 9.5.2010 entdeckte ich im Garten in Gadsdorf (Gemeinde Am Mellensee, Brandenburg) einen Wendehals (Jynx torquilla, engl. Eurasion Wryneck), der bei uns äußerst selten zu beobachten ist. Glücklicherweise war ein Hobbyornithologe ebenfalls Zeuge der Anwesenheit dieser Rarität. Danach konnte ich ihn noch einige Tage auf seiner Sitzwarte auf einem abgestorbenen Birnbaum rufend und völlig frei beobachten.
Am 13.11.2010 ließ sich am Athenslebener See (S-A) eine Große Rohrdommel erneut erblicken (siehe oben). Nun aber konnte man sie lange in allen möglichen Körperhaltungen beobachten, denn sie stand am Rand des Schilfgürtels. Nach einiger Zeit flog ein zweites Exemplar an, das allerdings im Schilf landete und nicht mehr zu sehen war. Fünf Silberreiher standen auf einer benachbarten Ackerfläche.
Die Innenstadt gilt –nicht ganz zu Unrecht- als Ungunstraum zur Naturbeobachtung. Deshalb ist es um so erstaunlicher, was sich direkt im Bereich der Innenstadtbebauung beobachten läßt. Selbst im tosenden Verkehr finden sich interessante Objekte. Dazu gehören auch die Straßenbäume. Wir haben in Berlin eine Reihe von durchaus außergewöhnlichen Bäumen im Bereich der Straßenbepflanzung. Auf einige soll hingewiesen werden. Außer Betracht bleiben dabei Orte, die aus historischen Gründen bereits eine bestimmte Palette an Besonderheiten erwarten lassen (z.B. Botanischer Garten Dahlem, Kleistpark Schöneberg, Gutspark Britz, Arboretum Späthstr., Pfaueninsel).
Die Straßenbäume leiden allgemein unter dem starken Stickstoffeintrag durch Hundekot und –urin. Auf der Abbildung erkennt man deutlich die helle Zone in Höhe der Urinmarkierungen. Zudem sind die Bäume durch Trockenheit, Schadgas, Beschädigungen mechanischer Art und undichte Stadtgasleitungen geschädigt und als Folge davon nicht selten von holzzerstörenden Pilzen befallen.
STRASSENBÄUME
Wilhelmstr. Mitte, gegenüber dem Finanzministerium:
LEDERSTRAUCH, Ptelea trifoliata, Rutaceae, Früchte an die der Ulmen erinnernd. Atlantisches Nordamerika, seit 1704 in europäischen bot. Gärten, zum Teil Flüchter. Früchte drüsig und nach Hopfen duftend. In jedem Fruchtfach ein Same. Bis 5 m hoch. Rinde und Mark junger Triebe stinkend. Blätter im Licht drüsig punktiert.
Vor dem S-Bahnhof Jannowitzbrücke:
PAGODENBAUM / SCHNURBAUM, Sophora japonica, Fabaceae, Rinde mit Leistenmuster, Blütenstände groß, weiß, nur bei alten Bäumen. Blütezeit 8-9 Monat. Heimisch in Gebirgen Ostasiens. Ältere Exemplare stehen in der Grenzallee in Richtung Karl-Marx-Str.
Schnurbaum; hier ein Exemplar am Urbanhafen in Kreuzberg
Trompetenbaum
Fußgängerzone Wilmersdorfer Str.:
TROMPETENBAUM, Catalpa spec. (vermutlich C. x erubescens; genaue Bestimmung nach Wiederbelaubung), Bignoniaceae, Blätter sehr groß, auffällige Blütenrispen, Blüten mit Saftmalen, Früchte sind bis zu 30 cm lange Kapseln.
Heidekampweg/Sonnenallee:
BAUMHASEL (Corylus colurna, Betulaceae). Die Baumhasel ist in letzter Zeit ein immer häufiger auftretender Straßenbaum. Sie stammt aus Südosteuropa / Kleinasien (1852 in England eingeführt). Der Baum kann bis 20 m hoch werden und trägt auffällig lange männliche Blütenkätzchen (bis 12 cm), wohingegen die Nuß selbst später ziemlich klein und abgeflacht erscheint. Eine verwandte Art ist die Chinesische Hasel (C. chinensis). Unsere bekannte Waldhasel (C. avellana) und die Baumhasel bilden Bastarde (Corylus x colurnoides).
Donaustr. (Schulhof Rixdorfer Grundschule):
LORBEER-KIRSCHE (Prunus laurocerasus, Rosaceae) auf dem Schulhof der Rixdorfer Grundschule (Donaustr.). Man findet diese Art in der Regel als Parkstrauch oder Hecke. Selten sieht man ein baumartiges Individuum wie hier. Die Art kann ca. 8 m hoch werden. Ursprünglich kommt die Art vom östlichen Balkan, doch wird sie schon seit dem 16. Jhr. bei uns angepflanzt. Die Art ist giftig durch Blausäurebestandteile. Man zerreibe ein Blatt in einem Weckglas, halte den Deckel kurz verschlossen und rieche vorsichtig daran. Dann nimmt man den Geruch der Bittermandel wahr.
Karl-Marx-Str. nähe Weichselstr.:
GLEDITSIE (Gleditsia triacanthos, Caesalpiniaceae, Johannisbrotgewächse) ist nach dem Botaniker Gleditsch benannt, der Direktor des Botanischen Gartens Berlin war. Es ist ein Baum, der in seiner Heimat bis 45 m hoch werden kann. Er stammt aus dem Mississippi-Tal und fällt durch die kräftigen verzweigten Sproßdornen auf, die überall am Stamm und den Zweigen zu finden sind. Die obere Beiknospe bildet im 2. Jahr den Dorn (= Seitensproß). Dorn und Achselsproß wachsen abgewinkelt entgegengesetzt. Die Art wird fälschlich auch Christusdorn genannt. Sie bevorzugt volle Sonne, verträgt Sand- und Salzböden und ist winterhart. Die abgebildeten Sproßdornen gehören zu einem Baum in der Karl-Marx-Str. und befinden sich am Stamm in einer Höhe von ca. 1,20 m.
Bahnhofstr. Lichtenrade:
AMBERBAUM (Liquidámbar styracíflua, Hamamelidaceae), sommergrün, bis 25 m hoch. Schon dicht über dem Boden verzweigt. Blätter ahornförmig, bei jüngeren Bäumen eher 3-lappig, bei älteren 5-7-lappig. Blattunterseiten mit Haarbüscheln in den Winkeln der großen Adern. Früchte in bis 3 cm dicken Kugeln, die wie bei den Platanen am Baum bleiben. Heimat östliche und südöstliche USA. Häufiger Zierbaum, blüht im Mai. Holz mit stark duftendem Harz, das früher zeitweise zur Kaugummiherstellung verwendet wurde. Der orientalische Amberbaum (L. orientalis) hat nur bis 5 cm breite Blätter.
Altstadt Köpenick / Kirche /gegenüber SEB-Bank:
Paulownie (Paulownia tomentosa, Scrophulariaceae), auch Blauglockenbaum genannt. Blüte vor den Blättern. Heimat Südwestasien (China).
Die Aufstellung wird fortgesetzt.
Zur Bestimmung von Gehölzen eignen sich:
Bärtels, A.: Gartengehölze. Stuttgart: Ulmer 3. Aufl. 1991. Bollinger, M. et al.: Strauchgehölze. Steinbachs Naturführer. München: Mosaik 1996. Eschrich, W.: Gehölze im Winter. Stuttgart/New York: Fischer 1981. Fitschen, J.: Gehölzflora. Heidelberg: Quelle & Meyer 6. Aufl. 1977. Godet, J.-D.: Bäume und Sträucher. Hinterkappelen-Bern: Arboris 1986. Humphries, C.J. et al.: Der Kosmos-Baumführer. Stuttgart: Franckh 1982. Kremer, B.P.: Bäume. Die farbigen Naturführer. München: Mosaik 1984. Mitchell, A.: Die Wald- und Parkbäume Europas. Hamburg/Berlin: Parey 2. Aufl. 1979.
More, D./White, J.: Die Kosmos-Enzyklopädie der Bäume. Stuttgart: Kosmos 2005.
Vaucher, H.: Baumrinden. Stuttgart: Enke 1999. Warda, H.-D.: Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. Bad Zwischenahn: Bruns Pflanzen Export 1998.
Für die Nadelgehölze:
Eiselt, M.G./Schröder, R.: Nadelgehölze. Radebeul: Neumann 3. Aufl. 1974. Kindel, K.-H.: Kiefern in Europa. Stuttgart/Jena/New York: Fischer 1995. Morgenthal, J.: Die Nadelgehölze. Stuttgart: Fischer 4. Aufl. 1964. Schütt, P.: Tannenarten Europas und Kleinasiens. Landsberg: ecomed 1994. Schütt, P./Lang, K.J./Schuck, H.J.: Nadelhölzer in Mitteleuropa. Stuttgart/New York: Fischer 1984.
Schütt, P. et al.: Lexikon der Nadelbäume. Hamburg: Nikol 2004.
Die Firma Bresser hat eine Mikroskopkamera (Webcam) herausgebracht, mit der man Mikroskopbilder direkt auf den Computerbildschirm übertragen kann. Diese können auch direkt gespeichert werden. Die Kamera ist wie ein Okular einzusetzen. Preis ca. 300,00 Euro.
Von der Firma Conatex kann eine Oberflächenkamera zum Preise von ca. 114 Euro bezogen werden, die Oberflächen (z. B. von Blättern, Pilz-Röhrenlager, Baumrinden usw.) digital aufnimmt. Die Bilder erscheinen dann sofort auf dem Monitor und können gespeichert werden. Suche im Internet unter "Conatex".